Westdeutsche Zeitung, 17.11.2014: Entzündung der Nasennebenhöhlen

//Westdeutsche Zeitung, 17.11.2014: Entzündung der Nasennebenhöhlen

Westdeutsche Zeitung, 17.11.2014: Entzündung der Nasennebenhöhlen

Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) haben jetzt wieder Konjunktur. Wie Sie sich davor schützen können, was bei einer Erkrankung hilft und wann Sie besser zum Arzt gehen sollten, erläutert HNO-Facharzt Dr. Michael Bohndorf. Jeder siebte erwachsene Deutsche hat mindestens einmal im Jahr eine Sinusitis – häufig im Herbst oder Winter. „Das feuchte, ungemütliche Wetter einerseits und kuschelig warme Wohnräume andererseits bieten ideale Voraussetzungen für eine Infektion“, erläutert Dr. Bohndorf. Typische Symptome einer akuten Sinusitis sind eine verstopfte Nase, Schnupfen, Mattigkeit und ein Druckgefühl an Stirn und Wangenknochen.

Hinzu kommen oft Kopfschmerzen sowie manchmal auch ein vermindertes Hörvermögen, wenn auch die Mittelohren entzündet sind. Eine Sinusitis tritt vermehrt während langer Kälteperioden auf. Ausgelöst wird die Atemwegserkrankung zunächst durch virale Infekte, die nicht ausgeheilt sind, und dann durch Bakterien. „Der Infekt breitet sich über die Nase in einzelnen oder in sämtlichen Nasennebenhöhlen aus“, sagt Dr. Bohndorf. Diese sind über enge Gänge miteinander verbunden und unterteilen sich in vier Bereiche: die Kieferhöhlen, die Siebbeinzellen, die Keilbeinhöhlen sowie die Stirnhöhlen. In den meisten Fällen tritt eine Nasennebenhöhlenentzündung in Verbindung mit Erkältungen auf. Durch den Schnupfen schwellen die Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen an und die Öffnungen zur Nase werden eingeengt. Wohltuend wirken salzhaltige Nasenduschen oder -spülungen mit Salzlösungen aus Ihrer Apotheke. Sie reinigen die Schleimhaut von Sekret und Verunreinigungen und führen dadurch zum Abschwellen der Schleimhäute. In der akuten Phase helfen auch Sprays mit Substanzen, die die Nasenschleimhaut durch Gefäßverengung abschwellen lassen. Das Inhalieren mit Kamilledämpfen wirkt entzündungshemmend und sorgt zusätzlich für eine freie Nase. 22 In der Regel lässt sich eine Sinusitis gut behandeln. „Ist nach ein paar Tagen keine Besserung spürbar oder kommen starke Schmerzen hinzu, sollte der HNO-Arzt konsultiert werden, um der Entstehung chronischer Entzündungen vorzubeugen“, rät Dr. Bohndorf. Durch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) und gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung kann der HNOFacharzt feststellen, welche Art von Erkrankung vorliegt. Möglicherweise ist auch eine Röntgenuntersuchung erforderlich. In manchen Fällen sind Antibiotika notwendig. Bei schwerem Verlauf, bei Komplikationen im Bereich der Augenhöhle, zum Beispiel bei Hirnhautentzündungen oder bei chronischen Entzündungsverläufen, lässt sich eine Operation kaum umgehen. Ist eine schiefe Nasenscheidewand Ursache des Übels, so kann diese gleichzeitig korrigiert werden. Grundsätzlich gilt: viel trinken, damit die Schleimhäute trotz trockener Heizungsluft feucht bleiben. Sauna, vitaminreiche Kost, viel frische Luft und wenig Tabak und Alkohol sind wirkungsvolle Präventivmaßnahmen. Denn: Je stärker das Immunsystem, desto schwerer haben es Infektionen.

In den Monaten mit niedrigen, eisigen Temperaturen und wechselhaftem Wetter haben es Viren und Bakterien besonders leicht, den Körper zu befallen und zu schwächen. Verstopfte Nasennebenhöhlen und Schmerzen im gesamten Kopfbereich können sich auch auf den Mund auswirken und zu Zahnschmerzen führen. „Häufig genügt aber auch schon eine einfache Erkältung, die Unbehagen und Druck am Gebiss hervorruft. Das ist nicht schlimm, dennoch sollten Betroffene bei jeder Art von Schmerz an den Zähnen einen Zahnmediziner aufsuchen“, erklärt Zahnarzt Dr. Stefan Fröhlich. Wie hängen Erkältung und Zahnschmerzen zusammen?
● Bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt handelt es sich um eine Viruserkrankung der Atemwege, die meist Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und auch Zahnschmerzen auslöst. Schmerzen die Zähne, liegt die Ursache in der Regel an entzündeten Nasennebenhöhlen, bei der die Schleimhäute während einer Erkrankung anschwellen und so einen starken Druck auf die Zahnwurzeln ausüben. „Diese Beschwerden sind häufig ein Zeichen für bestehende, aber bisher unbemerkte Zahnprobleme“, sagt Dr. Fröhlich und fügt hinzu: „Grundsätzlich bekämpft das Immunsystem Krankheiten. Ist es aber zusätzlich noch durch einen Infekt geschwächt, fehlen die notwendigen Ressourcen, um die Zahnentzündung in Schach zu halten.“ Bereits erkrankte Zähne erschweren deshalb häufig den Krankheitsverlauf bei Erkältungen oder anderen Infekten. „Da Erkältungen oft erste Anzeichen für tiefliegende Zahnprobleme liefern, ist es ratsam, bei einem Infekt auch einen Zahnarzt aufzusuchen“, sagt Dr. Fröhlich. Nichts als kalte Luft
● Eine weitere Ursache für Zahnschmerzen in der kalten Jahreszeit sind häufig auch freiliegende Zahnhälse. Fachärzte sprechen bei dieser Art Zahnschmerz von Dentinhypersensibilität. Nomalerweise schützen Zahnschmelz und Zahnfleisch den Zahn vor äußeren Eingriffen. Zieht sich das Zahnfleisch aber zurück, entfällt der ausreichende Schutz. Auslöser für den Rückgang sind häufig falsche Putztechniken. So kann zu viel Druck oder eine zu harte Zahnbürste dazu führen, dass Zahnschmelz regelrecht weggeschrubbt wird und sich das Zahnfleisch zurückbildet. „Diese freiliegenden Zahnhälse und vor allem kleine Versorgungskanäle, die sogenannten Dentinkanäle, reagieren äußerst empfindlich auf Einflüsse, wie Hitze, Kälte, Süßes oder Saures oder auch Druck. Dieses Empfinden wird sofort an den Nerv weitergeleitet und dieser reagiert mit Schmerz“, erklärt Dr. Fröhlich. „Allein kalte Winterluft einzuatmen reicht schon aus, um Schmerz am Zahn zu verspüren.“ Und das gilt insbesondere bei einer Erkältung. Normalerweise wird die kalte Luft beim Einatmen durch die Nase erwärmt, durch die Nasennebenhöhlen befeuchtet und Krankheitserreger werden herausgefiltert, bevor sie in die Lunge gelangt. Ist die Nase aber verstopft, bleibt Betroffenen nur noch das Atmen durch den Mund – die Kälte prallt ungewöhnlich lange ungewärmt an den Zahn, reizt diesen und es entsteht Schmerz. „Bei diesen Symptomen an den Zähnen schaffen spezielle Zahnpasten oder Mundspülungen Abhilfe, die das Schmerzempfinden lindern“, erklärt Dr. Fröhlich. Schmerz beiseite
● Sobald der Zahnarzt die Ursache für Zahnschmerzen lokalisieren konnte, kann er sie entsprechend therapieren. Bei Dentinhypersensibilität gibt es die Möglichkeit, die Zähne mit einem speziellen Fluorid-Lack zu versiegeln oder die sensiblen Dentinkanäle mit einem dünnflüssigen Kunststoff oder Laser zu verschließen. Dr. Fröhlich gibt zu bedenken: „Wer ein geeignetes Mittel gegen Zahnschmerzen bei einer Erkältung sucht, sollte wissen, dass die Nervenbahnen der Zähne in dieser Zeit besonders empfindlich sind. Schmerzen lassen sich daher am besten durch Ruhe und verordnete Medikamente bekämpfen.“ Auch ruckartige Bewegungen und das Voroder Zurückbeugen des Oberkörpers verstärken den Druck auf den Kiefer zusätzlich. Deshalb hilft Bettruhe tatsächlich am besten.

By |2018-06-12T13:02:47+00:00November 17th, 2014|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Westdeutsche Zeitung, 17.11.2014: Entzündung der Nasennebenhöhlen

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